Als (nach eigenen Angaben) erste deutsche Tageszeitung gründet die BILD-Zeitung jetzt einen
Leserbeirat. 32 Leser, die einen "Querschnitt der Gesellschaft" bilden sollen, können dann direkten Einfluss auf die Boulevardzeitung nehmen, Themen mitbestimmen und so dafür sorgen, dass die Inhalte von BILD noch mehr auf Interessen, Sorgen und Probleme der Leser zugeschnitten ist. Bewerben kann sich jeder. Es gibt hierzu unter einen
Fragebogen, den man nur noch ausfüllen und absenden muss.
Ich finde die Idee mit dem Leserbeirat sehr pfiffig. So schlägt man nämlich mehrere Fliegen mit einer Klappe: 1. Man bekommt (fast) kostenlose Schlagzeilen, denn in Internet und Presse stolperte man schon einen Tag nach der entsprechenden Pressemeldung überall über diese Ankündigung. 2. Man führt eine umfassende Leserbefragung mit (wahrscheinlich) Rekordbeteiligung durch - denn genau danach sieht der Frage-/Bewerbungsbogen aus! 3. Man hat auch später noch genügend Kommunikationsstoff, wenn denn erst mal die Leser zur Redaktionskonferenz eingeladen werden, sich einbringen dürfen und, und und. Nicht zuletzt ist man 4. natürlich tatsächlich noch näher am Leser und kann darüber tatsächlich noch mehr Themen zur Leser-Blatt-Bindung finden. 5. Ist die Aktion unterm Strich tatsächlich recht preiswert. Denn natürlich wird der Leserbeirat nicht entlohnt. Immerhin zahlt BILD den Beiratsmitgliedern "natürlich Reise, Unterkunft im Hotel, Verpflegung und einen tollen Aufenthalt in Hamburg oder Berlin" - und das ist bestimmt für viele Leser Anreiz genug, bei der Aktion mit zu machen.
Wie ich finde, ein genialer PR-Schachzug.
Ich bin sehr gespannt, was wir vom Leserbeirat der BILD noch alles hören und lesen werden.