Freitag, 29. April 2005
Konzepte mit begrenzten Budgets
Vergangene Woche besuchte eine Mitarbeiterin eine Weiterbildung zum Thema Konzeption. Wie immer in solchen Seminaren sollten alle Teilnehmer in verschiedenen Teams Konzepte erarbeiten und das Gelernte direkt umsetzen. Die Kollegin berichtete von Hubschrauber-Shuttle, mehrtägigen Events auf Bali, 10-stufigen Werbespots auf ntv und und und. Echt super Ideen, die die Seminarteilnehmer in ihren Konzepten präsentierten.
Aus meiner Erfahrung sind die Aufgabenstellungen und das Briefing vor Konzeptentwicklung sehr gut. Allerdings wird ein Aspekt immer falsch angepackt: Kohle, Talers, Mäuse, Mücken etc. Die Aussage lautet meistens: "Geld spielt keine Rolle"!
Die Teilnehmer sind im Schnitt Mitte bis Ende 20 und stehen im Berufsleben. Jeder weiß, dass Kunden nur selten Geld wie Heu haben. Warum lässt man die Kollegen Konzepte erstellen, die realitätsfremd sind und niemals umgesetzt werden können, einfach weil sie viel zu teuer sind? Die Seminarleiter sollten die Aufgabenstellung etwas präzisieren, damit sich das Erlernte auch später in der Praxis umsetzen lässt. Ich behaupte, dass viele Teilnehmer noch motivierter bei der Sache wären, wenn Sie wüssten, dass ein solches bzw. ihr Konzept auch in der Realität beim Kunden überzeugen würde. Denn, wie wir alle wissen: Geld spielt doch eine Rolle!
Donnerstag, 28. April 2005
„Wiki“ Geld verdient
„Wiki“ heißt schnell, und Wikipedia für mich bislang ein kostenloses Online-Lexikon. Die Erde dreht sich offenbar doch sehr schnell, denn es ist völlig an mir vorbei gegangen, dass damit auch Geld verdient wird. Ich zitiere aus „Spiegel Online“:
„Der Erfolg der freien Web-Enzyklopädie Wikipedia ist ungebrochen. Die Offline-Versionen auf CD und DVD verkaufen sich blendend, die Online-Ausgabe wächst und wächst.“ (…) “Über 30.000-mal wurde die DVD verkauft, für 9,90 Euro das Stück.“
Da habe ich doch gestaunt. Obwohl natürlich die These gestützt wird, dass nur wenn etwas was kostet, es auch akzeptiert wird. Andererseits bin ich davon ausgegangen, dass auch die (für jedermann kostenlose) Wikipedia Online-Version stark genutzt wird.
Aber, was habe ich noch erfahren?
„Jetzt sollen auch themenbezogene Wikipedia-Taschenbücher auf den Markt kommen - an denen ein Verlag verdienen wird.“ --> mehr...
Taschenbücher? Ich dachte wirklich, dass sich im Zeitalter der elektronischen Medien Nachschlagewerke in Form von Büchern überholt hätten. Ich selbst nutze eigentlich nur noch das Internet. Aber vielleicht hat sich die Erde schon wieder sehr „wiki“ weitergedreht? Wenn, dann wäre es für meinen Geschmack zu schnell!
Dienstag, 26. April 2005
Computerbild deckt Manipulation auf
Viele Unternehmen missbrauchen Diskussionsforen im Internet für Schleichwerbung und Stimmungsmache. Das berichtet Computerbild. Eine Werbeagentur gab gegenüber der Redaktion zu, dass sie sich als privater Internetnutzer tarnt, um dann in einem Online-Forum für Klingeltöne zu werben. Auftraggeber sei ein großer Mobilfunkanbieter. In anderen Fällen lästerten die Agenturmitarbeiter für ihre Auftraggeber gezielt über Konkurrenzprodukte. Auch auf bekannten Internet-Verbraucherseiten wie "Ciao.de" und "Dooyoo.de" schlugen die verdeckten Werber zu: Dort schrieben sie als Privatpersonen getarnt positive Erfahrungsberichte über Produkte ihrer Kunden.
Ich persönlich kann mich von einem solchen Vorgehen nur stark distanzieren – professionelle PR setzt Wahrheit und Klarheit voraus.
Sicher haben schon viele Unternehmen darüber nachgedacht, in Foren den Mitbewerb schlecht dastehen zu lassen. Aber wie immer im Leben verschwenden Neider damit nur Zeit, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man die positiven Ideen der Mitbewerber schlecht „reden“ kann.
Mein Tipp: Mitbewerbsbeobachtung ist sehr wichtig. Unternehmen und Ihre Kommunikationsabteilungen sollten ihre Energien aber in eigene kreative Ideen und strategische Fahrpläne umsetzen. So erreicht man viel schneller ein positives Image und bleibt nachhaltig in Erinnerung.
Sonntag, 24. April 2005
Was sind das für grüne Links?
Grüne Links, doppelt unterstrichen: Was ist das? Die Computerwoche klärt auf: Es handelt sich um eine neue Werbeform im Internet. Redaktionelle Inhalte von www.computerwoche.de werden jetzt mit der neuen Technik „IntelliTXT“ automatisiert nach Schlüsselbegriffen untersucht. Die Wörter werden dann grün markiert, doppelt unterstrichen und mit einem Link hinterlegt. Der Link führt zu einem Werbetreibenden, der die jeweiligen Schlüsselwörter im Vorfeld gebucht hat. Zunächst öffnet sich aber ein kleiner Tooltip, der eine Werbebotschaft enthält. Anhand dieser kann der User entscheiden, ob er sich von der Werbung verführen lassen möchte oder nicht. Betont wird, dass die Redaktion der Computerwoche diesen Prozess nicht beeinflussen kann (da gab’s sicher schon Anfragen – oder Beschwerden).
Nun finde ich die neue Werbeform eigentlich ganz gut. Allerdings ist der Haken die intelligente Belegung der Schlüsselwörter, und die habe ich bei meinem „Selbsttest“ vermisst. Beispiel: Bei einer Quartalsmeldung eines IT-Anbieters taucht eine Umsatzzahl in Millionen auf. Millionen also grün unterstrichen, der Tooltip verweist auf „Millionen an Raritäten“ – die man bei Ebay ersteigern kann. Da ist die Assoziation doch schon sehr schwierig… Und genau deshalb zweifle ich den Erfolg von IntelliTXT noch an. Das ist mir noch nicht „Intelli“ genug. Allerdings liegt’s nicht an der Technologie, sondern an den Menschen, die sie anwenden
Donnerstag, 21. April 2005
Autogramm - Redakteursbindung mal anders
Gerade eben war ich mit einem Kunden bei Dr. Johannes Wiele (LANline-Redakteur). Zum Ende eines netten und informativen Gesprächs packte unser Kunde auf einmal die aktuelle LANline auf den Tisch, zückte einen Stift und bat Herrn Wiele unter seinem Bild um ein Autogramm. Mit großen Augen schrieb er seinen Namen unter sein Foto. Mit dieser Aktion - und diese war nicht abgesprochen! - wird unser Kunde sicher immer in guter Erinnerung bleiben. So etwas ist dem Redakteur noch nie passiert. Es müssen nicht immer die großen Taten oder Geschenke sein - Kreativität kommt an!
Mittwoch, 20. April 2005
Sind wir bereit für wirkliche Kundennähe?
Im PR-Portal habe ich einen gelungenen Beitrag entdeckt:
... Und es gibt viele Indizien dafür, dass das Handy als Kommunikationstool das next big thing für das Direktmarketing sein wird. Erst recht, wenn Handys bald über GPS mit Peiloption verfügen. Denn das bedeutet: Man geht an einem Sportgeschäft vorbei und bekommt dabei ein Sonderangebot für ein paar Nike-Sneakers auf das Display. Gleichzeitig gibt das Handy noch Tipps, wenn das gleiche Produkt im Einkaufszentrum billiger ist oder was vergleichbare Adidas-Schuhe im Versandhandel kosten. mehr...
Netter Ausblick auf das, was die Zukunft uns Verbraucher noch bieten kann. Allerdings wird der Basis-Aspekt überhaupt nicht beleuchtet: eine gepflegte Kundendatenbank! Unternehmen, die die Art der persönlichen Kundenansprache wählen, müssen anfangen, ihre Hausaufgaben zu machen. Ein krasses Beispiel: Meine Frau heißt Leonie Walter und bekommt regelmäßig die ein und selbe Werbesendungen dreifach: Herr Leonie Walter, Herr Walter Leonie und ab und an  an Frau Leonie Walter. He Leute, was ist los mit Dublettenabgleich und CRM & Co.? Ich selbst bin bei unserem Autohaus gut bekannt. Als mal wieder ein Reifenwechsel anstand, wurde ich von der Dame an der Information mit Herr Visuelle angesprochen (für alle die, die es nicht wissen, die Agentur heißt Walter Visuelle PR GmbH). Mann, war das peinlich - aber fragen Sie mal, für wen am meisten... 
Diese Liste läßt sich unbegrenzt vortsetzen...
Also, pflegt alle eure Datenbank und wir freuen uns auf interessante und personalisierte Angebote!
Montag, 18. April 2005
Konkurrenz - für PR mehr Synergie als Hindernis
Ein Interessent kann sich nicht dazu entschließen, seine Pressearbeit an unsere Agentur auszulagern. Der Grund: Wir betreuen bereits einen Wettbewerber. Ich bin der Meinung, dass Konkurrenz die PR belebt (um das geflügelte Wort etwas abzuwandeln). Durch die Synergien, die thematisch und in der Wahrnehmung von Journalisten entstehen, ergeben sich für beide Wettbewerber nur Vorteile. Dass man als PR-Berater Vertrauliches stets vertraulich behandelt und keine Geheimnisse ausplaudert, versteht sich ja von selbst. Übrigens haben wir bereits einige Kunden, die untereinander im Wettbewerb stehen. Dies ist durchaus von Vorteil, teilweise bringen wir sie sogar gemeinsam an einen Tisch, zum Beispiel für Diskussionsrunden.
Freitag, 15. April 2005
Nicht stehen bleiben, Wirtschaftswoche lesen!
Stehen bleiben darf man nicht, um an der Spitze stehen zu können… Ein schönes Wortspiel? Nein, eher Erfahrung, so sieht es zumindest auch Stefan Baron, Chefredakteur der Wirtschaftswoche. Diese wurde nun auch relauncht. Augenfällig war dies am Kiosk schon durch den handschriftlichen Brief von Stefan Baron an die Leser auf der Titelseite. Aber auch im Innenteil fällt es auf: Die Berichterstattung über Unternehmen wurde ausgeweitet, Produktinfos und Technikteil ausgebaut. Das freut mich als im IT-Markt tätigen PR-Berater natürlich besonders. Hoffentlich kann man nun auch mal das ein oder andere spannende Thema in der Wirtschaftswoche platzieren. Ach so, noch etwas ist positiv: spannende Themen, die erst nach Redaktionsschluss aufkommen, werden dann auf wiwo.de behandelt.
Mittwoch, 13. April 2005
PR-Branchenpresse verkauft weniger
Nach den neuen IVW-Zahlen (Quartalszahlen 1/2005) haben die beiden renommierten Magazine der PR-Branche an verkaufter Auflagen eingebüßt. "prmagazin" verkauft 2.478 Hefte monatlich und damit 220 weniger als im vorigen Quartal. "PR Report" verkauft 880 Exemplare (ein Minus von 30 Heften). Weitere Magazine (z.B. "pressesprecher" sind nicht IVW-geprüft.
Ich vermute, die sinkenden Zahlen hängen damit zusammen, dass man sich heute umfassend über PR im Internet informieren kann. Leider fehlen mir noch Vergleichszahlen aus früheren Quartalen, daran müsste man erkennen können, ob es ein stetig abwärts gerichteter Trend ist. Denn der Grund "Internet" wäre ja natürlich keine neue Entwicklung...
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K O M M E N T A R E
Übrigens: Auch jdk.de hat jetzt ein ...
Lieben Dank nach Wiesbaden...
das ReadSoft-Team
Unglaublich! Und das als PR-Fachmann. Mitlerweile ...
Wie versprochen, hier die Stellungnahme von Herrn ...
Na ja, in der E-Mail - die er von meiner Frau ...